SFB 1095 "Schwächediskurse und Ressourcenregime"


Der Wandel im Umgang mit Ressourcen wirft die Frage der Handlungsfähigkeit von Akteuren auf und ist damit nicht nur ein zentrales Problem historischer Forschung, sondern besitzt auch für heutige Gesellschaften größte Relevanz. Der Sonderforschungsbereich 1095 Schwächediskurse und Ressourcenregime nähert sich dieser Fragestellung, indem er davon ausgeht, dass Schwächediskurse indizierende und mobilisierende Funktionen für Probleme im Umgang mit Ressourcen, seien sie materiell oder immateriell, haben können und dadurch das Handeln der Akteure erheblich beeinflussen. Eine Kommunikation über Schwäche kann darüber informieren, dass Ressourcen fehlen oder zukünftig erforderlich werden, um das Erreichen von Zielen zu gewährleisten. 

Die einzelnen Ressourcen können jedoch nicht isoliert betrachtet werden: Mit dem Begriff des Ressourcenregimes werden daher machtförmige Anteile historischer Formationen betont, sodass der Frankfurter Forschungsverbund immer auch die Normen und Praktiken betrachtet, die den in der Regel strittigen Ressourcenzugriff organisieren. In den Blick der verschiedenen Teilprojekte geraten damit historische und gegenwärtige Konstellationen, in denen der Ressourcengebrauch zum Handlungsproblem wird, was für ein weitergehendes Verständnis von Transformationsvorgängen von herausragender Bedeutung ist.