Sakrale Objekte als militärische Ressourcen im Oströmischen Reich von Justinian bis Heraclius


Krieg ist stets auf materielle und personelle Ressourcen angewiesen, doch nicht allein auf sie. Gerade in der Antike spielten auch religiöse Ressourcen eine erhebliche Rolle für die Kriegführung. Unter Justinian (527 – 565) setzte mit den vierziger Jahren des 6. Jahrhunderts eine Entwicklung ein, die neue religiöse Ressourcen erschloss. Die Perser hatten in Syrien bei militärischen Vorstößen durchschlagende Erfolge erzielt, während die römische Verteidigung zusammenbrach und die kaiserlichen Truppen sich zunächst zurückzogen. Das militärische Ressourcenregime stand unter Druck; es fehlten offenkundig die materiellen und personellen militärischen Ressourcen, um diesen Gegner abzuwehren. Zu ihnen hinzu und teils an ihre Stelle traten in der Wahrnehmung der Zeitgenossen der östlichen Mittelmeerwelt sakrale Objekte, denen lokale Erfolge zugeschrieben wurden und die dadurch überregionale Bedeutung gewinnen konnten. In dem Projekt soll die zunehmende Beanspruchung sakraler Objekte für die Kriegführung als ein Beispiel für Ressourcensubstitution und auch für die Transformation des Ressourcenregimes in Hinblick auf das Kriegswesen verfolgt und der Zusammenhang mit zeitgenössischen Schwächediskursen geprüft werden. Der gewählte Zeitrahmen erstreckt sich von 540 bis zur Herrschaftszeit des Heraclius (610 – 641).

Beteiligte


Prof. Dr. Hartmut Leppin
Goethe Universität Frankfurt am Main
Historisches Seminar (Alte Geschichte)
Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt am Main
Tel.: +49(0)69 - 798-32462
h.leppin@em.uni-frankfurt.de   

Christian Scheidler
Goethe Universität Frankfurt am Main
Gräfstr. 78
Juridicum Postfach 104
60486 Frankfurt / Main
+49 (0)69 798 33956
scheidler@em.uni-frankfurt.de