Arbeitsgruppen


AG1: Diskurse & Praktiken

Die Arbeitsgruppe geht davon aus, dass in der SFB-Thematik auch die Methode ein Bestandteil der Fragestellung ist. Mit Schwächediskursen und Ressourcenregimen treffen, so die Ausgangsüberlegung, die Bereiche der Diskurse und Praktiken aufeinander. Diesen zunächst allgemeinen Sachverhalt möchten wir konkretisieren, indem wir fragen, was dies für die Perspektivierung bedeutet: Was heißt es eigentlich, Ressourcen in der Praxis (und nicht in Texten) zu verorten und was muss daraufhin untersucht werden: Stoffe? Objekte? Verwendungsweisen? Ähnlich verhält es sich bei Schwächediskursen, hinter denen sich meist komplexe Redesituationen verbergen, die es methodisch genau zu strukturieren gilt: Wie wird von wem Schwäche zugeschrieben? Was ist die Eigendynamik solcher Diskurse und lassen sich verallgemeinerbare Repräsentationen von Schwäche ausfindig machen, die womöglich epochenübergreifend in Erscheinung treten? Ziel der Arbeitsgruppe ist es daher, ein methodisches Vokabular zu entwickeln, das es erlaubt, scheinbar disparate Themen wie Ressourcen und Schwäche aufzuschließen und sie dadurch nicht nur als gleichzeitige, sondern als interdependente Phänomene erfassen zu können.  


AG 2: Ressourcen

Die Arbeitsgruppe „Materalität und Immaterialität“ beschäftigt sich mit den Charakteristika und Funktionen von Ressourcen für historische Formationen. Grundsätzlich soll dabei die abstrakte Unterscheidung in materielle und immaterielle Ressourcen in Frage gestellt und diskutiert werden, ob Ressourcen nicht vielmehr erst aufgrund der Tatsache, dass sie sowohl materielle als auch immaterielle Aspekte in sich vereinen, überhaupt gestreckt, transformiert und substituiert werden können. Auch das Vorhandensein einer sowohl normativen als auch ontologischen Dimension in jeglicher Rede von Schwäche als unterstellte Vorbedingung eines veränderten Umgangs mit Ressourcen lässt dies vermuten.  Dabei stellt die Arbeitsgruppe zum einen die Frage nach der Relevanz dieser Aspekte und jeweils zentraler Ressourcen für die verschiedenen Teilprojekte der Arbeitsgruppe. Zum anderen diskutiert die Arbeitsgruppe anhand einschlägiger theoretischer Texte Konzepte, die sowohl für die Teilprojekte relevant als auch von übergeordneter Bedeutung für den SFB sind (Religion, Tradition, natürliche Ressourcen, Wissen, Gewalt, Verwandtschaft und (kollektive) Erinnerung). 


AG 3: Macht

Macht ist ein vielschichtiger Begriff. Staaten, Gesellschaften, Gruppen, Unternehmen, aber auch einzelne Individuen können Macht haben, ausbauen, einbüßen, machtförmig Strukturen organisieren usw. Macht ist letztlich allgegenwärtig, tangiert das alltägliche Leben und ist zugleich schwer greifbar. Wo lässt sich Macht fassen? Welche Grundlagen der Macht können beschrieben werden? Gibt es ein Konzept der Macht oder wechselnde in Abhängigkeit der konkreten Umstände? Können verschiede Vorstellungen von Macht nebeneinander bestehen? Ist der Begriff der Macht überhaupt ein hilfreiches Analysewerkzeug?

Das Ziel der Arbeitsgruppe ist ein vertieftes Verständnis des Verhältnisses von Macht und Ressourcenregimen. Macht ist hierbei primär ein analytisches Werkzeug, mit dessen Hilfe drei grundlegende Konzepte des SFBs – Ressourcen, Schwächediskurse und Transformation – vertieft und ihre Interdependenzen beschrieben werden können. Zunächst sollen in der Arbeitsgruppe klassische Texte der Forschung analysiert werden. Macht stellt sich hierbei als ein hochumstrittenes Konzept dar. Sie kann beispielsweise mit Max Weber als jede Chance verstanden werden, in Sozialbeziehungen den eigenen Willen durchzusetzen, d.h. seine eigenen Ziele auch gegen Widerstände zu verwirklichen. Pierre Bourdieu, um ein zweites Beispiel zu nennen, entwickelte den Begriff der symbolischen Gewalt in Abgrenzung zur nackten Gewalt, um Legitimationszusammenhänge soziologisch beschreiben zu können. Diese und andere grundlegende Gedanken legen nahe, dass Macht relativ ist, fluide, vielschichtig. In der Arbeitsgruppe sollen diese theoretischen Fundamente interdisziplinär beleuchtet und insbesondere im Hinblick auf die konkrete Arbeit kritisch hinterfragt werden. 

Veranstaltungen


SFB-Klausurtagung

interne Klausurtagung


Vortrag

Schlögl: "Defekte" Erfolgsmedien in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit


Vortrag

Cancik: (Titel folgt)


Vortrag

Uekötter: Von Seeschildkröten, Tiefkühlhühnern und der Bedeutung der Freiheit: Perspektiven einer Ressourcengeschichte