Sebastian Riebold 


Lebenslauf

Seit 9/2015
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB 1095, Teilprojekt A 01 „Vorstellungen staatlicher Schwäche im China des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ (Goethe-Universität, Frankfurt am Main)

4/2012–7/2015
Studium der Sinologie (Chinese Studies) und Transcultural Studies, Ruprecht Karls-Universität Heidelberg
Abschluss: Master of Arts

9/2013–7/2014
Auslandsstudium an der Universität Osaka (Japan), Seminar für Chinesische Philosophie (Graduate School of Letters)

10/2007–3/2012
Studium der Ostasienwissenschaften (Schwerpunkt Sinologie) und Psychologie, Ruprecht Karls-Universität Heidelberg
Abschluss: Bachelor of Arts

9/2009–6/2010
Fremdsprachenassistenz über den Pädagogischen Austauschdienst (PAD), Jiujiang (Jiangxi, VR China) 


Stipendien

  • ISAP-Stipendium des DAAD (2013)
  • Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes (2007-2012)

Forschungsinteressen

  • Rezeption (d. h. Aneignung, Akkulturierung) „Westlichen Wissens“ im China der späten Kaiserzeit (ausgehendes 19. und frühes 20. Jahrhundert)
  • Kommentarliteratur/Klassikerexegese im frühen China (Han-Tang), speziell die Auslegung des Buchs der Dokumente (Shangshu 尚書)

Gegenwärtig arbeite ich an meiner Dissertation mit dem tentativen Titel „Lessons from the Distant Present – Visions of epistemic crisis and national ruin in turn-of-the-century China (1890-1915)”. Hierin beschäftige ich mich insbesondere mit sogenannten „Untergangsgeschichten (wangguoshi 亡國史)“, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in großer Zahl in China zirkulierten, sowie, weiter gefasst, mit dem Motiv des „Staatsuntergangs“ und seiner politischen Instrumentalisierung im Diskurs der ausgehenden Qing-Zeit. Zu untersuchen gilt es, auf welche Weise und unter Heranziehung welcher rhetorischen Figuren die Schwächediagnose jeweils erfolgt. Haben wir es lediglich mit mehr oder weniger ungerichteter Agitation zu tun oder verbinden sich mit den „Kassandrarufen“ auch konkrete und konstruktive Lösungsvorschläge? Existiert möglicherweise eine Korrelation zwischen der Vehemenz der Krisenschilderung und der Radikalität der geforderten gesellschaftlichen Veränderungen?

Von besonderem Interesse (und nicht geringer gegenwartsbezogener Relevanz) ist zudem die Frage nach der Verortung von Schwäche – der „Schuldzuweisung“: Geht die Aufteilung Polens (= die drohende Aufteilung Chinas) auf eine Verschwörung ausländischer Mächte zurück? Oder ist diese nicht vielmehr die unvermeidliche Konsequenz innerer Korruption und der Schwäche des polnischen (= chinesischen) Volkes? Hier erhofft sich das Projekt einen Beitrag zur Untergrabung der Meistererzählung vom „Century of Humiliation“ zu liefern, wie man sie nicht nur in der aktuellen Geschichtserziehung der Volksrepublik antrifft, sondern auch häufig in populärwissenschaftlichen Publikationen im anglophonen Raum und hierzulande. 


Publikationen & Qualifikationsschriften

„Discovering Weakness(es) in Turn-of-the-Century China – From 'Self-Assertion' to 'Self-Deprecation'” (Sammelbandartikel; Arbeitstitel, in Vorbereitung).

Großgeneral Huo Guang gegen König Liu He von Changi - Der Streit in Chang'an um die Nachfolge Kaiser Zhaos 74 v. u. Z. (unveröffentlichte Masterarbeit, Heidelberg, 2015).

Zhang Zimu's 張自牧 Lice zhiyan 蠡測卮言 and the Discourse on "Chinese Origins of Western Learning" (unveröffentlichte Bachelorarbeit, Heidelberg, 2012).


Andere Projekte

Zusammen mit Dr. Anna Dorofeeva: Organisation der internationalen Fachtagung „Tapping Immaterial Resources: Glossing practices between the Far East and the Latin West, c. 600 C.E.”, Goethe-Universität Frankfurt, 2.–3. Dezember 2016.

Zusammen mit Prof. Dr. Iwo Amelung: Organisation der internationalen Konferenz „Discourses of Weakness in late 19th and early 20th century China“, Goethe-Universität Frankfurt, 4.–5. Dezember 2015.

Sebastian Riebold
Goethe Universität Frankfurt am Main
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Teilprojekt

A 01: Vorstellungen staatlicher Schwäche im China des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts